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2021 in Büchern.

28. Januar 2022
2021 in Büchern | kuchengeschichten

Hallöchen du, schön, dass du da bist! Ich weiß, ich weiß – kuchengeschichten ist ein KUCHENblog. Aber:

2021 war für mich wirklich ein WILDES Lesejahr. Von den schnulzigsten Schnulzen, tollen Romanen, über Krimis, hin zu Sachbüchern zum Klima, zu Gleichberechtigung, zum Körper – hier war alles dabei. Und das sage ich nicht nur so, das ist wirklich so. Deshalb muss diese Woche eine kurze Kuchenpause eingelegt werden, damit ich diese tollen Leseerlebnisse mit dir teilen kann. Lust? 🙂 Dann schau doch einfach mal die Liste durch und lass dich inspirieren! Bestimmt ist auch etwas für dich dabei.

Bücher in 2021

Herkunft – Saša Stanišić

Das erste Buch 2021 war ein Weihnachtsgeschenk. Ein sehr tolles, um genauer zu sein. Saša Stanišić schreibt in „Herkunft“ über Heimat, Erinnerungen, Sprache, Demenz und vieles mehr. Da es mir ehrlicherweise recht schwer fällt, all das in Worte zu fassen, empfehle ich hier einen kurzen Überblick über den Inhalt. PS: Sehr empfehlenswertes Buch.

Die unendliche Geschichte – Michael Ende

Ein Buch, welches ich schon LANGE lesen wollte – allerdings nicht so plump auf dem Ebook-Reader, sondern ganz in echt, auf Papier und als gebundene Ausgabe. Das Tolle an diesem Buch ist nämlich, dass es in zwei Farben geschrieben ist, wobei die Farbe anzeigt, in welcher Welt man sich gerade befindet. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: Dieser Klassiker hat es verdient ein Klassiker zu sein. Ich habe das Buch verschlungen, bin tief eingetaucht in die Phantasiewelt Michael Endes und nur sehr ungern wieder herausgekommen. Ein recht dickes Buch, das trotzdem viel zu schnell ausgelesen war.

Die Wahrheit über Eva: Die Erfindung der Ungleichheit von Frauen und Männern – Carel van Schaik, Kai Michel

Ein RICHTIG spannendes Buch, das sogar, konträr zum Titel, noch VOR Adam und Eva startet. Allerdings muss ich auch eine kleine Warnung vorweg schicken: es ist keine leichte Kost und nichts, was „einfach so lockerflockig“ nebenbei gelesen werden kann. Das Buch erfordert FOKUS, aber es belohnt auch durch interessante Insights, Zusammenhänge und Fakten. Absolute Leseempfehlung für wirklich jeden.

Couchsurfing im Iran – Stephan Orth

Mona hat mir dieses Buch geschenkt – sie hatte es ausgelesen, für gut befunden und hat es dann weitergereicht. Kurzweilige Unterhaltung, schön geschrieben, ein spannender Einblick in eine mir wirklich fremde Kultur.

Drehn‘ Sie sich um, Frau Lot – Ephraim Kishon

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch durch den ebenfalls hervorragenden ZEIT-Podcast „Unter Pfarrerstöchtern“, ob ich das Buch allerdings danach gekauft hätte um es zu lesen… vermutlich nicht. Glücklicherweise entdeckte ich es im Bücherregal der Schwiegereltern – und immer wenn wir dort waren, las ich einige Kapital daraus. Erschienen ist das Buch in 1961; es ist also nicht nur durch sein Alter, sondern auch durch die Themen und Geschichten die erzählt werden ein Einblick in eine ganz andere Welt. Sehr unterhaltsam geschrieben und wirklich amüsant – eine fette Empfehlung!

Weißwurstconnection – Rita Falk

Was soll ich sagen – ein weiterer Eberhofer, mittlerweile müsste es 11 Stück geben. Wer den immer noch nicht kennt, kann sich ruhig mal eines der Bücher zu Gemüte führen und dann selber entscheiden, ob gut/schlecht/nervtötend. Ich mag die Eberhofer-Reihe ja wirklich gerne, kenne aber auch ganz gegenteilige Stimmen. Ich glaube, er polarisiert… 🙂

The Late Show & The Night Fire – Michael Conelly

Diese Krimireihe spielt in Las Vegas und ist, was soll ich sagen, ein netter Zeitvertreib mit halbwegs sympathischen und durchaus problembeladenen Ermittlern (ein wirklich ganz neues Konzept…)

GRM: Brainfuck – Sybille Berg

Eine Dystopie, für die man wirklich in der richtigen Stimmung sein muss. Mich hat jede Leseeinheit ein bisschen mehr frustriert, was aber sicher auch daran lag, dass alles durchaus realistisch gewirkt hat. Ein wirklich „anderes“ Buch, auch der Schreibstil ist bemerkenswert und macht neugierig.

Männer in Kamelhaarmänteln – Elke Heidenreich

Gespaltene Gefühle bei diesem Buch. Es hat mir wirklich gefallen, und ich war gewillt sehr positiv zu schreiben – dann hat Elke Heidenreich aber diesen sehr, sehr merkwürdigen Lanz-Auftritt hingelegt, und ich habe einen leichten Vorbehalt ihr gegenüber entwickelt. Wer also Buch und Person trennen kann: auf jeden Fall lesen. Ansonsten: keine dolle Empfehlung. (Vor allem, weil es bei diesem Buch praktisch unmöglich ist, Buch und Person zu trennen. Sie schreibt schließlich über IHR Leben…)

Hauskonzert – Igor Levit

Joa. Igor Levit ist Pianist und politisch recht engagiert, was mir aber erst richtig bewusst ist, seit ich ihm auf Twitter folge. In diesem Buch schreibt er ein bisschen über sein Leben, ein bisschen über sein Leben zu Corona-Zeiten, und ein bisschen über alles andere. Nett, aber für mich kein Highlight.

Narziss und Goldmund – Hermann Hesse

Ein tolles, bewegendes Buch über eine außergewöhnliche Freundschaft und ein außergewöhnliches Leben. Zu recht ein Klassiker, den man unbedingt lesen sollte.

Meine Hormone – Bin ich ferngesteuert? – Johannes Wimmer

Vermutlich hat mich ein Podcast auf dieses Buch gebracht. Auf ungewöhnliche Bücher komme ich meistens über Podcasts oder, so richtig willkürlich, durch Stöbern in der Bücherei. Ein schön geschriebenes Sachbuch, dem man gut folgen kann, auch komplett ohne Vorwissen. Definitiv ein Thema, über das man noch viel, viel mehr wissen könnte, aber das Buch ist schon mal ein guter Einstieg.

1918 – Die Welt im Fieber – Laura Spinney

Passend zum aktuellen Hot Topic (was soll das schon sein: Corona natürlich) stand dieses Buch über die Spanische Grippe auf meiner Leseliste. Inhaltlich sehr spannend, auch durch wirklich viele Parallelen zwischen 1918 und 2020/2021, die teilweise sehr deutlich werden. Trotz allem aber leider auch ein Buch, welches sich stellenweise zieht wie Kaugummi – weshalb ich es, ich geb‘ es zu, nicht ganz ausgelesen habe.

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten – Alice Hasters

Volle Empfehlung für dieses Buch hier. Alice Hasters schreibt so gut und nahbar, dass man sich einfach angesprochen fühlen muss. Sie erzählt von eigenen Erfahrungen, historischen Hintergründen und Herleitungen, dem großen Ganzen (soweit das in diesem Format möglich ist) und erklärt super nachvollziehbar etablierte Strukturen, die man sonst kaum wahrnimmt.

»Oha, können Sie denn auch operieren?«: Eine junge Unfallchirurgin erzählt aus ihrem Klinikalltag – Liesschen Müller

Sagen wir mal so – Liesschen Müller ist aus gutem Grund Unfallchirurgin und keine Autorin geworden. Sprachlich habe ich das Buch als sehr holprig empfunden, inhaltlich wirkt es teilweise etwas abgehoben, aber alles in allem gibt es einfach auch einen sehr, sehr aufrüttelnden Blick mitten in unser Gesundheitssystem preis. Teilweise spannend, teilweise erschreckend, aber durchaus lesenswert.

Konsum – Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen – Carl Tillessen

Klang deutlich ansprechender, als es im Endeffekt war. Leider kann ich gar nicht so richtig sagen, was mich gestört hat. Ich habe Kritik und Vorschläge erwartet, wurde aber mit recht oberflächlichem Geplänkel wirklich enttäuscht.

Darm mit Charme – Guilia Enders

Der Klassiker der Darmliteratur… 😉 Nein, im Ernst. Ein Klassiker ist das hier sicher mittlerweile, aber ich kam erst letztes Jahr dazu, das Buch endlich zu lesen. Tolle Infos, unterhaltsam dargestellt, da kann jeder ein bisschen Wissen mitnehmen. Unglaublich faszinierend zu lesen, welch einen Einfluss der Darm auf unser ganzes Leben haben kann, und dass wir (im 21. Jahrhundert, wohlgemerkt!) erst so, so wenig darüber wissen.

Ganz, ganz viele Bücher von Susan Malleroy

Bestimmt nicht meine glorreichsten Werke des Jahres, aber eine Zeit lang im Herbst lag ich nachts häufiger wach – da brauchte ich einfach RICHTIG anspruchslose Lektüre, die unterhaltsam und leicht verdaulich ist. Ich möchte an dieser Stelle nicht sagen, wie viele Bücher ich von Susan Malleroy in dieser Zeit gelesen habe. Spoiler: ZU viele.

Schluss mit dem täglichen Weltuntergang – Maren Urner

Medienkompetenz kann kaum überbewertet werden – nichts anderes zeigt Maren Urner in ihrem Buch. Wie Schlagzeilen entstehen, wie unser Medienkonsum unser Leben beeinflusst und wie wir einen gesünderen Umgang mit Medien erreichen können: Das Buch ist vollgepackt mit interessanten Fakten, Ideen, Vorschlägen. Ihr nächstes Buch, „Raus aus der ewigen Dauerkrise“, steht auf jeden Fall schon auf meiner Leseliste für 2022.

Hercule Poirots Weihnachten – Agatha Christie

Ein Weihnachtsbuch darf natürlich nicht fehlen! Nachdem ich meinen kompletten Schnulzenbedarf schon durch Susan Malleroy gedeckt hatte und keinerlei weitere Schnulze mehr aushielt, kam Agatha Christie gerade recht. Ich mag ihre Krimis – einfach ein nettes, spannendes Buch und gute Unterhaltung.

Normale Menschen & Gespräch mit Freunden – Sally Rooney

Einen absoluten Liebling habe ich zwischen den Jahren entdeckt: Sally Rooneys „Normale Menschen“ und direkt im Anschluss „Gespräch mit Freunden“ (ich hab einfach nicht genug davon gekriegt). Auch das dritte hätte ich noch gelesen, wäre es in der Bücherei schon verfügbar gewesen. Zwei tolle, tolle Romane die einfach… wahnsinnig gut erzählen, beobachten, Emotionen und Charaktere beschreiben. Menschen, die nicht einfach sind, es sich auch nicht unbedingt einfach machen, aber sehr konsequent beschrieben und entwickelt werden, in die man sich hervorragend hineinversetzen kann und bei denen man einfach… mitfühlt.

Wir sind das Klima! – Jonathan Safran Foer

Ich vermute, es sollte ein Wachrüttelbuch werden – das ist ein Teilen auch gelungen. Das Thema, offensichtlich, Klima. Etwas zweitrangig (auch wenn das, vermute ich, nicht der Plan war): Tiere essen. Dabei triftet der Autor aber immer mal wieder ab und verliert sich in Geschwätz. Streckenweise langatmig, auch wenn die Botschaft so, so wichtig ist.

Die Frauen vom Nordstrand – Marie Sanders

Die Seebad-Saga Teil 1 & 2: Schöne Geschichten über drei Freundinnen in den 1950ern. Liebe, Drama, Leben – hier ist alles dabei, was einen Roman unterhaltsam und kurzweilig macht.

Hörbücher in 2021

A Promised Land – Barack Obama

Irgendwie wurde das Buch ja ganz ordentlich gehyped, weshalb auch ich einfach mal mitreden wollte. Außerdem wollte ich es gerne vom Original hören, also Barack Obama persönlich, deshalb das Hörbuch. Eine wahnsinnig tiefe Stimme, die zwar sehr angenehm zu hören, allerdings in einem weniger leisen Umfeld manchmal auch etwas schwierig zu verstehen ist. Inhaltlich kann man sich das Buch auf jeden Fall zu Gemüte führen.

Educated – Tara Westover

SO ein gutes Buch – einfach eine wirklich, wirklich beeindruckende Geschichte und ein tiefgreifender Einblick in ein Leben, das auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so anders scheint und doch Meilen entfernt ist von dem, was ich kenne. Unbedingt lesen/hören.

Im Grunde gut – Rudger Bergman

Endlich mal ein „Mutmachbuch“ (aka nicht alles ist schlecht auf dieser Welt), das mich nicht vollkommen frustriert (im Gegensatz zu Factfulnes von Hans Rosling – das konnte ich einfach nicht zu Ende lesen, weil es auf mich zu zwanghaft optimistisch gewirkt hat). Toll geschrieben, mit spannenden, anschaulichen Beispielen und Geschichten. Tolles Buch!

Und damit beschließe ich das Lesejahr 2021 jetzt aber wirklich! Das nächste Mal sehen wir uns mit einem Rezept wieder, bis dahin wünsche ich dir eine tolle Zeit!

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Kurze Anmerkung: Dieser Post enthält Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich eine minipupskleine Entlohnung erhalte, wenn du über einen der Links in diesem Post etwas kaufst. Das Gute dabei: für dich entstehen natürlich nullkommanull Extrakosten! Außerdem enthält dieser Post Markennennungen, allerdings werde ich dafür nicht bezahlt oder auf sonst eine Art vergütet. Schade irgendwie, aber wenigstens hat sich auch kein Unternehmen meine Meinung erkauft 😉

Das Titelbild stammt von Freepik

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